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Unwetter über Franken und der Oberpfalz: Was tun, wenn der Keller vollgelaufen ist?

Rund 3.000 Notrufe in fünf Stunden, etwa 1.000 Feuerwehreinsätze: Das Unwetter vom 14. Juli hat im Raum Nürnberg Keller geflutet – und auch die Oberpfalz stand unter Warnstufe 3. Die wichtigsten Schritte für Betroffene, von der Sicherung bis zur Trocknung.

trock24 Redaktion · 15. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Unwetter über Franken und der Oberpfalz: Was tun, wenn der Keller vollgelaufen ist?

Fast eine Woche lang hatte es in Franken bei Temperaturen über 30 Grad praktisch nicht geregnet – dann entlud sich die Hitze am Dienstagabend, dem 14. Juli 2026, in einer gewaltigen Gewitterzelle über Mittelfranken. Bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg gingen innerhalb von fünf Stunden rund 3.000 Notrufe ein – laut Feuerwehr eine so noch nie dagewesene Zahl. Rund 270 Feuerwehren mit bis zu 3.000 Einsatzkräften arbeiteten etwa 1.000 Einsätze im Raum Nürnberg, Fürth und Erlangen samt umliegender Landkreise ab: vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer.

Örtlich fielen mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit, dazu prasselte lokal Hagel mit bis zu sechs Zentimetern Korngröße nieder. Im Nürnberger Norden schoss das Wasser regelrecht in den Ortsteil Kraftshof, in Erlangen standen Fahrbahnen unter Wasser. Der Nürnberger Flughafen stellte den Flugbetrieb für rund 80 Minuten ein und meldete Sturm- und Wasserschäden an Gebäuden; auf der Gräfenbergbahn fuhr ein Regionalzug auf einen umgestürzten Baum auf, die S-Bahn Richtung Hartmannshof fiel aus. Mindestens ein Mensch wurde durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt, mehrere weitere leicht.

Die Gewitter zogen am Abend weiter ostwärts über die Oberpfalz: Für Amberg, die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf sowie Stadt und Landkreis Regensburg galt zeitweise die DWD-Unwetterwarnstufe 3 von 4, später kamen Warnungen für Weiden, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und Cham hinzu. Diesmal kam die Region glimpflich davon – gravierende Schäden wurden der Polizei zunächst nicht bekannt. Wie schnell es auch die Oberpfalz treffen kann, hatte erst Ende Juni ein Starkregen-Ereignis im Raum Schwandorf gezeigt. Und die Lage blieb angespannt: Schon für die Folgetage warnte der DWD erneut vor Gewittern, unter anderem im Raum Regensburg und Cham.

Ereigniszahlen laut Feuerwehr/Integrierter Leitstelle und Polizei Mittelfranken, zusammengetragen aus Medienberichten (t-online, inFranken.de, News5; Stand: 15. Juli 2026).

Warum nach Hitze die Sturzflut kommt

Wärmere Luft speichert pro Grad rund sieben Prozent mehr Wasserdampf – und ausgetrocknete, verkrustete Böden nehmen Wasser kaum noch auf. Genau diese Kombination macht Gewitter am Ende von Hitzewellen so gefährlich. Die Hintergründe, DWD-Warnstufen und die 24-Stunden-Checkliste zur Vorsorge finden Sie in unserem Beitrag Starkregen nach Hitze: Warum jetzt Unwetter drohen.

Keller vollgelaufen: die ersten 24 Stunden

  1. Sicherheit zuerst: Den Keller nicht betreten, solange Wasser steht und Strom anliegen könnte. Erst Sicherung bzw. FI-Schalter für die betroffenen Räume ausschalten – dann hinein.
  2. Gefahrstoffe ernst nehmen: Bei ausgelaufenem Heizöl oder zurückgedrücktem Abwasser nicht selbst anpacken – das ist ein Fall für Feuerwehr und Fachfirma.
  3. Wasser raus – mit Augenmaß: Steht das Umfeld noch unter Wasser, erst abpumpen, wenn der Pegel draußen sinkt. Die Feuerwehr pumpt in großen Einsatzlagen meist nur bis etwa zehn Zentimeter Restwasser – den Rest übernehmen Nasssauger oder Fachbetrieb.
  4. Dokumentieren, bevor Sie aufräumen: Fotos und Videos vom Wasserstand, Wassermarke an der Wand anzeichnen, beschädigte Gegenstände auflisten. Nichts entsorgen, bevor die Versicherung zugestimmt hat.
  5. Schaden unverzüglich melden: Versicherung informieren, als Mieter zusätzlich den Vermieter. Wasser entfernen und Möbel retten dürfen und sollen Sie sofort – das ist Ihre Schadenminderungspflicht.
  6. Feuchtigkeit nicht unterschätzen: Auch wenn der Boden bald trocken aussieht: Wände, Estrich und Dämmschicht speichern Wasser über Wochen. Lüften allein ersetzt keine technische Trocknung.

Versicherung: Wer zahlt nach Starkregen?

Überschwemmungs- und Rückstauschäden am Gebäude übernimmt die Wohngebäudeversicherung nur mit Elementarschaden-Baustein; für durchnässten Hausrat gilt dasselbe bei der Hausratversicherung. Rückstauschäden setzen zudem oft eine funktionsfähige, gewartete Rückstausicherung voraus. Melden Sie den Schaden unverzüglich und stimmen Sie größere Reparaturen vorher ab – Notmaßnahmen wie Abpumpen und Trocknen sind dagegen ausdrücklich erwünscht. Ausführlich: Wasserschaden und Versicherung: Wer zahlt was?

Die unsichtbare Falle: Estrich und Dämmschicht

Bei kurzen, heftigen Überflutungen läuft Wasser über Randfugen und Rohrdurchführungen unter den Estrich – und bleibt dort stehen. Die Oberfläche trocknet in Tagen, die Dämmschicht bleibt monatelang nass; muffiger Geruch und Schimmel zeigen sich oft erst Wochen später. Ob der Bodenaufbau betroffen ist, klärt eine professionelle Feuchtemessung, getrocknet wird dann per Dämmschichttrocknung. Mehr dazu: Wasser im Keller: Was tun? und Bautrocknung: Verfahren, Dauer & Kosten.

Schnelle Hilfe vor Ort in Mittelfranken und der Oberpfalz

trock24 ist mit Leckortung, Trocknung und Wasserschaden-Sanierung in ganz Bayern im Einsatz – auch in den jetzt betroffenen Regionen, rund um die Uhr unter 0800 77 11 999:

Häufige Fragen

Die Feuerwehr war da, hat aber nicht alles abgepumpt – warum?

Die Feuerwehr leistet Gefahrenabwehr: In großen Einsatzlagen pumpt sie Keller meist nur bis rund zehn Zentimeter Restwasser ab und muss dann zum nächsten Einsatz. Restwasser, Schlamm und die anschließende Trocknung sind Sache von Eigentümer, Hausverwaltung oder Fachbetrieb.

Muss ich mit dem Aufräumen auf den Gutachter warten?

Nein. Sie sind sogar verpflichtet, den Schaden klein zu halten (Schadenminderungspflicht): Wasser entfernen, Möbel retten, trocknen lassen. Wichtig ist die Dokumentation vorher – Fotos, Videos, Schadenliste – und beschädigte Sachen bis zur Freigabe durch die Versicherung aufzubewahren.

Der Keller wirkt schon wieder trocken – ist damit alles erledigt?

Häufig nicht. Sichtbare Trocknung sagt nichts über Estrich, Dämmschicht und Mauerwerk. Eine Feuchtemessung schafft in wenigen Minuten Gewissheit – bleibt nasse Bausubstanz unentdeckt, drohen Schimmel, Geruch und deutlich teurere Sanierungen Monate später.

Was kostet die Trocknung – und wer trägt das?

Das hängt von Umfang und Verfahren ab – Orientierungswerte im Beitrag Was kostet die Trocknung nach einem Wasserschaden? Ist der Schaden versichert, übernimmt die Versicherung in der Regel auch die technische Trocknung als Teil der Schadenbeseitigung.

Bei akutem Wasserschaden erreichen Sie trock24 rund um die Uhr – kostenlose Soforthilfe unter 0800 77 11 999.

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