Glück gehabt: Warum die ruhige Naturgefahren-Bilanz 2026 Bayerns Hausbesitzer nicht beruhigen sollte
950 Millionen Euro versicherte Naturgefahrenschäden im ersten Halbjahr – „vergleichsweise wenig“, sagt der Versichererverband GDV und nennt es „schlicht Glück“. Fast zeitgleich meldet der Deutsche Wetterdienst für Bayern einen Sommer auf Rekordniveau: 20 Grad im Mittel, rund 28 heiße Tage, nur zwei Drittel des üblichen Regens. Warum beide Zahlen zusammengehören, welcher Schaden in keiner Bilanz steht – und was Eigentümer im September prüfen sollten.

Zwei offizielle Bilanzen innerhalb von 48 Stunden – und auf den ersten Blick passen sie nicht zusammen. Am 31. August meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Bayern einen Sommer auf dem Niveau des Rekordsommers 2003: 20,0 °C im Landesmittel, erstmals seit Messbeginn rund 28 heiße Tage, nur 66 Prozent des üblichen Niederschlags – einer der zehn trockensten Sommer seit 1881. Am 1. September legte der Gesamtverband der Versicherer (GDV) seine Naturgefahren-Bilanz für das erste Halbjahr vor: 950 Millionen Euro versicherte Schäden durch Sturm, Hagel, Starkregen und Überschwemmung. „Für ein erstes Halbjahr vergleichsweise wenig“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen – und liefert den Satz gleich mit, der hängen bleibt: „Die geringen Schäden im ersten Halbjahr waren schlicht Glück.“
Die Fakten in diesem Beitrag stammen aus der GDV-Medieninformation vom 1. September 2026, den DWD-Pressemitteilungen zum Sommer und zum August 2026 (31. August, vorläufige Werte), dem Niedrigwasser-Lagebericht Bayern vom 4. September 2026, dem GDV-Datenservice zum Naturgefahrenreport 2025 sowie den Informationen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zur Elementarschadenversicherung. Einschätzungen aus der Sanierungspraxis sind als solche gekennzeichnet.
Was hinter den 950 Millionen steckt
Von den 950 Millionen Euro entfielen rund 400 Millionen auf Sturm- und Hagelschäden in der Sachversicherung – also an Gebäuden, Hausrat und Betrieben –, rund 200 Millionen auf weitere Elementargefahren wie Starkregen und Überschwemmung und rund 350 Millionen auf versicherte Autos. Im ersten Halbjahr 2025 stand unter dem Strich dieselbe Summe, nur anders verteilt: 500 Millionen Sturm und Hagel, 100 Millionen Starkregen und Überschwemmung, 350 Millionen Kfz. Die Schäden durch Starkregen und Überschwemmung haben sich also binnen eines Jahres verdoppelt, während die Sturmschäden zurückgegangen sind. Der Grund für die insgesamt ruhige Bilanz ist schnell benannt: Größere Winterstürme, die in normalen Jahren allein Hunderte Millionen kosten, blieben 2026 aus.
Wie ungewöhnlich das ist, zeigt die Jahresprognose. Bei einem durchschnittlichen zweiten Halbjahr rechnet der GDV für 2026 mit rund zwei Milliarden Euro Sturm- und Hagelschäden einschließlich der Schäden in der landwirtschaftlichen Pflanzenversicherung – in einem statistisch normalen Jahr wären es auf Basis des heutigen Bestands und Preisniveaus rund 3,1 Milliarden. Für Starkregen und Überschwemmung erwartet der Verband rund eine Milliarde Euro; der langjährige Durchschnitt liegt bei 1,8 Milliarden. Die Langzeitreihe zeigt zugleich, wohin die Reise geht: Die Elementarschäden in der Sachversicherung sind im Zehnjahresmittel von rund 1,4 Milliarden Euro (2000 bis 2009) auf rund 2,4 Milliarden Euro (2016 bis 2025) gestiegen. Ein ruhiges Halbjahr ist in dieser Reihe kein Trend, sondern eine Ausnahme.
Bayerns Sommer in Zahlen
Während die Versicherer ein ruhiges Halbjahr bilanzieren, war der Sommer meteorologisch alles andere als ruhig – nur eben auf eine Art, die in keiner Schadenstatistik auftaucht. Der DWD verzeichnet für den Freistaat nach vorläufigen Auswertungen:
| Kennzahl | Sommer 2026 in Bayern | Einordnung |
|---|---|---|
| Temperaturmittel | 20,0 °C | 4,2 Grad über dem Referenzwert (15,8 °C); Niveau des bisherigen Rekordsommers 2003 |
| Heiße Tage (ab 30 °C) | rund 28 im Landesmittel | erstmals seit Messbeginn so viele |
| Sehr heiße Tage (über 35 °C) | rund 7 im Landesmittel | Kitzingen: 21 Tage |
| Höchsttemperatur | 40,8 °C in Kitzingen (26. und 27. Juni) | neuer Bayernrekord |
| Niederschlag | rund 207 l/m² | 66 Prozent des Klimasolls (314 l/m²); einer der zehn trockensten Sommer seit 1881 |
| Sonnenschein | 823 Stunden | 32 Prozent über dem Soll (623 Stunden); drittsonnigster Sommer seit 1951 |
| Höchste Tagessumme Regen (bundesweit) | 102,0 l/m² in Deisenhofen, Landkreis München (29. Juni) | Starkregen fiel – aber lokal |
Dass es trotz Dürre heftig gewittern kann, hat der Sommer ebenfalls gezeigt – nur punktuell. Die bundesweit höchste Tagessumme des Sommers fiel am 29. Juni in Deisenhofen im Landkreis München mit 102,0 Litern pro Quadratmeter. Am 14. Juli entlud sich über Mittelfranken eine Gewitterzelle, bei der die Integrierte Leitstelle Nürnberg binnen fünf Stunden rund 3.000 Notrufe registrierte – etwa 1.000 Einsätze, dazu teils dicke Hagelkörner. Am 4. August meldete Regensburg mit 39,4 °C den höchsten Wert des Monats in ganz Deutschland. Und am 28. August zog ein Gewitterkomplex mit bis zu fünf Zentimeter großem Hagel und Böen bis 114 km/h über die Bodenseeregion und Oberschwaben – unmittelbar vor der bayerischen Grenze. Wichtig für die Einordnung: Alles ab Juli fällt bereits ins zweite Halbjahr und taucht in der GDV-Bilanz noch gar nicht auf.
Und der Boden hat den Sommer noch nicht verdaut. Der Niedrigwasser-Lagebericht Bayern vom 4. September weist für das laufende Abflussjahr in Nordbayern 70 und in Südbayern 65 Prozent des üblichen Niederschlags aus; nach dem Dürreindex SPI der letzten 90 Tage herrschen in größeren Teilen Schwabens und Oberbayerns weiterhin „extrem trockene Verhältnisse“. An 82 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen stehen die Pegel niedrig bis sehr niedrig, rund 11 Prozent melden neue Niedrigstwerte, und an 72 Prozent der Flusspegel liegt der Abfluss unter dem mittleren Niedrigwasserabfluss. Eine nachhaltige Entspannung erwarten die Hydrologen für die nächsten drei Wochen nicht.
Der Schaden, der in keiner Bilanz steht
Der eigentliche Schaden dieses Sommers heißt Hitze und Dürre – und er fehlt in der GDV-Bilanz nicht, weil er nicht existiert, sondern weil er größtenteils nicht versichert ist. Auf den Äckern: Nach GDV-Angaben vom 18. August sind in Deutschland nur rund 1,3 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche gegen Dürre versichert, knapp 213.000 Hektar; die Prämien seien für Landwirte „preislich kaum erschwinglich“. An den Häusern: Auf schrumpfenden Ton- und Lehmböden setzen sich Gebäude, Risse öffnen sich über Fenstern und Türen – und die Elementardeckung „Erdsenkung“ greift nach der bisherigen Rechtsprechung nur bei natürlichen Hohlräumen im Untergrund, nicht bei trockenheitsbedingter Schrumpfung. Was dahintersteckt, welche Risse ernst sind und wie aus einer Setzung ein Leitungsleck wird, haben wir in unserem Beitrag Dürre 2026: Risse im Haus ausführlich beschrieben.
Ein ruhiges Versicherungsjahr kann also ein teures Jahr für Eigentümer sein – die Kosten stehen nur in anderen Büchern. Und der zweite Effekt der Dürre kommt erst noch.
Warum der Herbst das Blatt wenden kann
Aus der Sanierungspraxis: Die gefährlichste Phase eines Dürresommers ist oft sein Ende. Ausgedörrte, verkrustete Böden nehmen die ersten heftigen Schauer nur zögerlich auf, ein großer Teil des Wassers läuft oberflächlich ab – in Lichtschächte, Kellerabgänge und überlastete Kanäle, die es als Rückstau zurück ins Haus drücken. Wer dann keinen Elementarschutz hat, trägt den Schaden allein. Das Bayerische Landesamt für Umwelt formuliert es nüchtern: „Starkregen kann in Bayern überall auftreten.“ Und die gemeinsame Auswertung von Versicherern und DWD kam schon 2019 zu dem Ergebnis, dass nahezu jeder Ort in Deutschland gleich stark von gefährlichen Regenmengen bedroht ist – Gegenden mit bisher wenig Schäden „haben bislang schlicht Glück gehabt“. Dieselbe Formulierung wie heute, sieben Jahre früher.
Was Starkregen in Bayern anrichtet, hat der GDV für die Jahre 2002 bis 2017 ausgewertet: 234.000 Schäden an Wohngebäuden mit 1,5 Milliarden Euro Aufwand. Am häufigsten traf es die Stadt Passau – 208 von 1.000 Wohngebäuden meldeten in diesem Zeitraum einen Starkregenschaden –, gefolgt vom Landkreis Rottal-Inn (194 von 1.000, im Schnitt 49.290 Euro pro Schaden) und der Stadt Erlangen (162 von 1.000). Der teuerste Einzelschaden an einem Einfamilienhaus lag bei 703.000 Euro. Sturzfluten brauchen keinen Fluss in der Nähe: Erlangen liegt an keinem großen Strom, und auch in Deisenhofen fielen die 102 Liter im Juni auf einen ganz normalen Vorort.

Hinzu kommt der Boden selbst. Wenn die Feuchtigkeit nach Wochen der Dürre zurückkehrt, quillt tonhaltiger Untergrund wieder auf – das Haus, das sich im Sommer gesetzt hat, wird erneut bewegt, diesmal in die Gegenrichtung. Risse können sich teils schließen, teils an neuen Stellen öffnen, und Leitungen in Fundamenten und Bodenplatten geraten ein zweites Mal unter Spannung. Wer jetzt einen Wasserzähler-Test macht – alle Zapfstellen zu, eine Stunde warten, Zählerstand vergleichen –, weiß, ob das Haus den Sommer ohne verstecktes Leck überstanden hat.
Jedes zweite Haus in Bayern ohne Elementarschutz
Ob ein vollgelaufener Keller zum Versicherungsfall wird, entscheidet ein Baustein, den in Bayern nur jedes zweite Haus hat. Nach dem GDV-Datenservice zum Naturgefahrenreport 2025 waren 2024 rund 50 Prozent der Wohngebäude im Freistaat gegen Elementargefahren versichert – bundesweit 57 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 62 Prozent und in Baden-Württemberg, wo bis 1993 eine Pflichtversicherung galt, 94 Prozent. Immerhin geht es voran: 2012 lag die Quote in Bayern erst bei 21 Prozent, 2018 bei 34 und 2023 bei 47 Prozent. Beim Hausrat enthalten bundesweit 41 Prozent der Verträge den Elementarschutz. Und selbst gegen Sturm und Hagel, die klassische Grunddeckung, sind in Bayern mit 84 Prozent (GDV-Schätzung für 2023) weniger Wohngebäude versichert als im Bundesschnitt (96 Prozent).
An der Versicherbarkeit liegt es nicht. Nach Angaben des Bayerischen Wirtschaftsministeriums liegen 90,9 Prozent der bayerischen Adressen in der niedrigsten Hochwasser-Gefährdungsklasse (ZÜRS 1), 6,3 Prozent in Klasse 2 und je etwa 1,4 Prozent in den Klassen 3 und 4. Praktisch alle Gebäude in Bayern lassen sich also versichern. Und der Freistaat lässt keinen Zweifel daran, wer das Risiko trägt: Seit dem 1. Juli 2019 gewährt der Staat bei Elementarschäden keine Soforthilfen mehr – wer sich hätte versichern können und es nicht getan hat, geht in der Regel leer aus; Härtefallregelungen bleiben dem Einzelfall vorbehalten.
| Schaden | Zuständig | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel am Gebäude | Wohngebäudeversicherung – Grunddeckung | In den meisten Policen enthalten (bundesweit 96, in Bayern 84 Prozent der Wohngebäude); abgedeckte Dächer, eingedrückte Fenster, Folgeschäden durch eindringenden Regen |
| Starkregen, Überschwemmung, Rückstau aus dem Kanal | Nur mit Elementarbaustein | Ohne den Zusatz zahlt niemand. Rückstau ist meist eingeschlossen – häufig mit der Auflage, eine Rückstausicherung einzubauen und funktionsbereit zu halten |
| Undichte oder geplatzte Leitung im Haus | Wohngebäudeversicherung (Leitungswasser) | Grunddeckung; Leckortung und Freilegung gehören regelmäßig zur Regulierung |
| Setzrisse durch geschrumpften Boden | In der Regel niemand | „Erdsenkung“ meint nach der Rechtsprechung natürliche Hohlräume, nicht Trockenheit (u. a. LG Deggendorf, Az. 23 O 445/19) |
| Möbel, Geräte, Vorräte im Keller | Hausratversicherung | Elementarschutz muss auch hier separat vereinbart sein (bundesweit 41 Prozent der Verträge) |
| Auto: Hagel, Sturm, Überschwemmung | Teilkasko | Bei Unwetterwarnung Garage statt Straße – 2024 zählte allein die Kfz-Sparte 1,3 Milliarden Euro Naturgefahrenschäden |
Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Pflichtlösung – Wohngebäudeversicherung künftig nur noch in Kombination mit Elementarschutz, Bestandsverträge zu einem Stichtag umgestellt, mögliche Opt-out-Option – ist bis heute (Stand: Anfang September 2026) nicht Gesetz; ein Antrag der Linken auf eine solidarische Pflichtversicherung (Drucksache 21/5030) wurde im März eingebracht, seine erste Beratung im Bundestag am 16. April jedoch von der Tagesordnung abgesetzt. Wer in diesem Herbst geschützt sein will, muss selbst handeln – und zwar rechtzeitig, denn neu vereinbarter Elementarschutz gilt in der Regel nicht ab dem Tag der Unterschrift, sondern erst nach einer Wartezeit.
Ihre Checkliste für den September
- Police prüfen: Steht „Elementar“ oder „weitere Naturgefahren“ im Versicherungsschein – bei Gebäude und Hausrat? Ist Rückstau eingeschlossen, gibt es einen Selbstbehalt, welche Auflagen (Rückstausicherung) gelten? Fehlt der Baustein, jetzt anfragen – wegen der Wartezeit nicht erst bei der Unwetterwarnung.
- Wasserwege am Haus kontrollieren: Lichtschächte und Kellerfenster abdichten oder mit Aufsatz sichern, Gitterroste und Abläufe von Laub befreien, Dachrinnen und Fallrohre freimachen, Kellerabgang und Garagenzufahrt auf Gefälle zum Haus prüfen.
- Rückstausicherung testen: Die Klappe im Kellerabfluss muss frei beweglich sein und schließen – nach einem trockenen Sommer klemmt sie gern. Wie Sie die Klappe nachrüsten und warten, steht in unserem Beitrag Rückstauklappe nachrüsten.
- Keller entschärfen: Wertsachen, Dokumente und Elektrik nicht auf dem Boden lagern; Waschmaschine und Wäschetrockner auf Sockel stellen. Fotos und eine kurze Inventarliste sind später der Nachweis für die Hausratversicherung.
- Dürre-Folgen dokumentieren: Risse fotografieren, Gipsmarke setzen, Wasserzähler-Test machen. Bewegt sich der Zähler bei geschlossenen Zapfstellen, das Leck vor dem Herbstregen orten lassen.
- Warnungen abonnieren und ernst nehmen: DWD-WarnWetter-App oder NINA aktivieren. Bei Unwetterwarnung: Fenster und Rollläden schließen, Auto in die Garage, Gartenmöbel sichern, während des Gewitters nicht in den Keller.
- Im Schadenfall: Strom im nassen Keller erst nach Freigabe durch eine Elektrofachkraft wieder einschalten, Schaden fotografieren, Versicherung umgehend melden (Anzeigepflicht), weitere Schäden abwenden – und die Trocknung nicht aufschieben.
Häufige Fragen
Warum sind die Schäden so niedrig, obwohl der Sommer so extrem war?
Weil die Statistik der Versicherer nur versicherte Schäden zählt – und Hitze und Dürre größtenteils nicht versichert sind. Ernteausfälle, ausgetrocknete Böden, Setzrisse, Niedrigwasser: Das kostet Landwirte, Eigentümer und Kommunen, taucht in der Naturgefahren-Bilanz aber nicht auf. Dazu kam, dass die teuren Winterstürme ausblieben und die Sommerunwetter lokal begrenzt waren. Der GDV selbst spricht deshalb von Glück, nicht von Entwarnung.
Bin ich gegen Starkregen und einen vollgelaufenen Keller versichert?
Nur, wenn Ihre Wohngebäude- und Ihre Hausratversicherung den Elementarbaustein enthalten. Die Grunddeckung zahlt bei Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser – nicht bei Wasser, das von außen oder aus dem Kanal ins Haus kommt. In Bayern hat nur jedes zweite Wohngebäude diesen Schutz. Ein Blick in den Versicherungsschein oder ein Anruf beim Versicherer schafft Klarheit; achten Sie dabei auch auf die Rückstau-Klausel und ihre Auflagen.
Kommt die Pflichtversicherung – und kann ich nicht einfach darauf warten?
Der Koalitionsvertrag sieht vor, Wohngebäudeversicherungen künftig nur noch mit Elementarschutz anzubieten und Bestandsverträge zu einem Stichtag umzustellen, mit einer möglichen Opt-out-Option. Ein Gesetz gibt es (Stand: September 2026) nicht, einen Stichtag auch nicht. Warten heißt also: ohne Schutz durch den Herbst gehen – in einem Bundesland, das seit 2019 keine Soforthilfen mehr für versicherbare Schäden zahlt.
Was hat der trockene Sommer mit meinem Keller zu tun?
Zweierlei. Erstens fließt Starkregen auf ausgedörrten, verkrusteten Böden zunächst oberflächlich ab, statt zu versickern – die ersten Herbstgewitter treffen also auf ein Gelände, das Wasser schlecht aufnimmt (Einschätzung aus der Sanierungspraxis). Zweitens hat die Dürre viele Häuser bewegt: Setzrisse und unter Spannung stehende Leitungen sind die stille Hinterlassenschaft des Sommers. Ein Wasserzähler-Test und ein prüfender Blick auf Risse gehören deshalb in diesem Jahr auf jede Herbst-Checkliste.
Vollgelaufener Keller nach Starkregen oder Verdacht auf ein verstecktes Leck? trock24 erreichen Sie rund um die Uhr – kostenlose Soforthilfe unter 0800 77 11 999.
Quellen
- 950 Millionen Euro Schäden durch Naturgefahren im ersten Halbjahr 2026 (GDV-Medieninformation, 01.09.2026) (gdv.de)
- Deutschlandwetter im Sommer 2026 (DWD-Pressemitteilung, 31.08.2026) (dwd.de)
- Deutschlandwetter im August 2026 (DWD-Pressemitteilung, 31.08.2026) (dwd.de)
- Niedrigwasser-Lagebericht Bayern (Niedrigwasser-Informationsdienst, Stand 04.09.2026) (nid.bayern.de)
- GDV: Datenservice zum Naturgefahrenreport 2025 – Tabellen, Grafiken, Karten (PDF) (gdv.de)
- GDV: Datenservice zum Naturgefahrenreport 2024 – Tabellen, Grafiken, Karten (PDF; Zeitreihe Versicherungsdichte je Bundesland) (gdv.de)
- GDV-Datenservice: Versicherungsquote bei Elementarschadenversicherung steigt kontinuierlich (gdv.de)
- GDV-Datenservice: Versicherungsdichte bei Elementarschadenversicherung regional sehr unterschiedlich (gdv.de)
- GDV-Naturgefahrenstatistik 2024: Hochwasserschäden mehr als verdoppelt (GDV-Medieninformation) (gdv.de)
- GDV: 1,5 Milliarden Euro Starkregen-Schaden in Bayern – Passau am häufigsten betroffen (Auswertung 2002–2017) (gdv.de)
- Ernteeinbußen wegen Dürre: Versicherer fordern mehr staatliche Unterstützung für Landwirte (GDV-Medieninformation, 18.08.2026) (gdv.de)
- Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft: Wissenswertes zu Elementarschadenversicherungen (stmwi.bayern.de)
- GDV: Auswirkungen des Koalitionsvertrages auf die Versicherungswirtschaft (Elementarschadenversicherung) (gdv.de)
- Deutscher Bundestag: Solidarische Versicherungspflicht gegen Elementarschäden (Textarchiv, 16.04.2026) (bundestag.de)
- Starkregen (LfU Bayern) (lfu.bayern.de)
- GDV: Besondere Bedingungen für die Versicherung weiterer Elementarschäden – BWE 2010 (PDF) (gdv.de)
- GDV-Musterbedingungen VGB 2022 – Wohngebäudeversicherung, Wohnflächenmodell (PDF) (gdv.de)
- „Gewaltige Gewitterzelle“ im Raum Nürnberg: Flughafen dicht, Schulausfall, Verletzte (inFranken.de, 14./15.07.2026) (infranken.de)
- LG Deggendorf, Entscheidung vom 21.10.2020 – 23 O 445/19 (dejure.org)
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